Lungenkrebs

 

Einige persönliche Gedanken vorweg

Bevor ich Ihnen Symptome, Diagnose und Therapiemöglichkeiten bei Lungenkrebs skizziere, möchte ich noch einige persönliche Worte dazu an Sie richten.


Lungenkrebs ist eine sehr ernste Diagnose und aufgrund meiner langjährigen Erfahrung mit Lungenkrebspatienten weiß ich, dass sofort Hoffnungslosigkeit damit verbunden wird. Die weit verbreitete Meinung ist „da kann man eh nichts mehr tun“. Aber das stimmt so nicht mehr. Stadiumsabhängig (abhängig von der Ausdehnung des Krebses) bestehen durchaus Heilungschancen. Gerade in den letzten Jahren hat man durch die Verbindung verschiedener Therapiekonzepte (Chemotherapie, Strahlentherapie und Operation) und neuen Medikamenten viel erreicht.


Ich finde es ganz entscheidend, dass neben Chirurgie und Onkologie auch Lungenspezialisten in die laufende Betreuung von Lungenkrebspatienten einbezogen werden. Zunächst muss vor jeder Therapie ein ganz exaktes Staging (die Ausdehnung des Lungenkrebses) durchgeführt werden, um dann bei der Besprechung mit Chirurgen und Strahlentherapeuten den Therapieplan ganz individuell festlegen zu können. Die laufende Kontrolle der Therapieerfolge während der Therapie sowie die erforderlichen regelmäßigen Nachkontrollen nach Therapieabschluss sind weitere entscheidende Beiträge, die der Lungenfacharzt in diesen schwierigen Zeiten einbringen kann. Damit haben Lungenkrebspatienten eine zusätzliche persönliche Anlaufstelle für fachliche Information und Orientierung, aber auch für emotionalen Halt und seelische Krankheitsbegleitung.
Mir ist es wichtig, dass jeder Patient seine maßgeschneiderte Therapie erhält. Das heißt für mich, den Patienten als Ganzes – mit seinem physischen und psychischen Allgemeinzustand, mit seinem Alter, mit seinen eigenen Wünschen, mit seinen zusätzlichen Erkrankungen etc. – zu sehen und auch diese Faktoren in die Therapieentscheidung einfließen zu lassen.
 

Welche Symptome können bei Lungenkrebs auftreten?

  • Oft sind Rundherde in der Lunge ein Zufallsbefund und müssen abgeklärt werden.

  • Anhaltender Husten, Blutspucken, Atemnot, Schmerzen im Brustbereich, Heiserkeit mit Stimmbandlähmung

  • Knochenschmerzen, Schwindel, Gewichtsverlust

 

Diese Symptome können bei Lungenkrebs auftreten, aber sie können natürlich auch andere Ursachen haben.

 

 

Wodurch kann Lungenkrebs entstehen?

Die häufigste Ursache (80%) ist Zigarettenrauchen, da in Zigaretten eine Vielzahl von krebserregenden Stoffen enthalten sind.  Es gibt aber auch Lungenkrebs bei Nichtrauchern, wo eine direkte Ursache nicht festzustellen ist: Tumore des Rippenfells sind meist durch Arbeiten mit Asbest bedingt.

 

 

Wie wird Lungenkrebs diagnostiziert und die Ausdehnung festgestellt?

  • Lungenröntgen

  • Computertomographie (CT) des Brustkorbes

  • Bronchoskopie (Lungenspiegelung): Hier werden Proben aus der Lunge entnommen, um einen Tumor nachzuweisen und den Tumortyp zu bestimmen.

  • Wenn der Tumor bronchoskopisch nicht zu erreichen ist, wird eine CT gezielte Punktion durchgeführt.

  • Zur Untersuchung von Absiedelungen des Tumors werde weitere Untersuchungen wie Bauchultraschall, Knochenscintigraphie, CT oder MRI des Schädels durchgeführt. Manchmal ist auch eine Spezialuntersuchung wie PET-Scan notwendig.

  • Messungen der Lungenfunktion und der Blutgase sind besonders vor der Operation oder der Strahlentherapie wichtig.

Anhand dieser Befunde werden der Tumortyp, die Ausdehnung und damit das Stadium festgelegt, sodass dann unter Berücksichtigung aller Nebenerkrankungen und des Allgemeinzustands die Therapie entschieden wird.

 

 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Operation:

Hier wird ein Lungenlappen oder ein ganzer Lungenflügel je nach Ausdehnung entfernt, weiters müssen Lymphknotenstationen ausgeräumt werden. Diese Operationen sollten nur an spezialisierten Thoraxchirurgiezentren durchgeführt werden.

 

Strahlentherapie:

Durch einen sogenannten Linearbeschleuniger wird eine Strahlung erzeugt, die Tumorgewebe abtöten kann. Durch eine dreidimensionale Planung wird das umgebende Gewebe geschont.

 

Chemotherapie:

Die Zytostatika (Krebsmittel) werden mit Infusionen über die Vene verabreicht. Durch neue Krebsmittel konnte die Verträglichkeit, Wirkung und Verabreichung deutlich verbessert werden.

 

Molekularbiologische Therapie:

Medikamente, die Wachstumsfaktoren der Krebszellen oder deren Blutgefässe beeinflussen. Derzeit wird getestet, in welcher Therapie-Kombination bzw. in welchem Krankeitsstadium der Einsatz den besten Erfolg hat.

 

Alle diese aufgezeigten Behandlungsmöglichkeiten werden je nach Stadium kombiniert eingesetzt, um einen bestmöglichen Therapieerfolg zu erreichen.

 

 

Was kann man als Patient zur Behandlung beitragen?

Suchen Sie sich einen spezialisierten Vertrauensarzt oder ein spezialisiertes Team, der (das) Sie durch Ihre Erkrankung begleitet, berät und kontrolliert - sozusagen einen Krankheitsmanager, der mit den anderen zuständigen Ärzten und Abteilungen kooperiert, wo alle Informationen und Therapiefaktoren zusammenlaufen. Denn "zu viele Köche verderben den Brei".

 

Es wäre übermenschlich, die Krankheit einfach so zu ertragen und immer eine positive Einstellung zu haben. Wenn Sie sich deprimiert, traurig und von der Krankheit erschlagen fühlen, scheuen Sie sich nicht, Hilfe anzunehmen - von Psychologen, von Vertrauensärzten und auch Ihre Familie und Freunde sollten Sie mit einbinden. Niemand muss das allein durchstehen und "Durchhänger" sind ganz normal.

 

Eine vernünftige Mischkost zur Ernährung ist optimal. Tumordiäten gibt es nicht. Bei Gewichtsverlust oder Appetitlosigkeit stehen Ihnen an allen Abteilungen Diätassistentinnen zur Verfügung, die Ihnen Tipps geben.

 

Therapie, speziell Chemotherapie macht oft müde. Nehmen Sie sich Ruhezeiten, dazwischen wäre es aber gut, wenn Sie körperlich aktiv werden bzw. bleiben. Denn fit stehen Sie die Therapie einfach besser durch ... und auch Ihre Seele fühlt sich wohler.

 
 
 
 
 
 

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